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Aus der Redaktion
Tagebuch-Notizen, August 2009
 

Eigentlich kam die Nachricht vom 28. August, nach der die Firma Gebrüder FALLER GmbH einen Insolvenzantrag gestellt habe, nicht völlig überraschend. Zumindest, was die Fertigung von Modellen im LGB-Maßstab unter der vor einigen Jahren übernommenen Marke „POLA“ angeht, da war bereits seit längerer Zeit mehr als deutlich, dass vieles im Argen lag. Nun weiß man nicht genau, was zuerst da war, - die Henne, oder das Ei? War die Finanzlage bereits so schlecht, dass keine neuen und schönen Artikel mehr entwickelt und angeboten werden konnten, oder hat sich die Geschäftslage so verschlechtert, weil einfach nicht das produziert wurde, was die Kundschaft haben wollte? Im Jahr 1982 war der Bahnhof „Schönweiler“ auf den Markt gekommen, - vor 27 Jahren! Wie oft haben die LGB-Bahner gebeten und gebettelt, dass man ´mal ein neues und größeres Bahnhofs-Ensemble folgen lassen möge. Lesen Sie sich ruhig noch einmal durch, was ich in meinem Januar-Tagebuch zum Thema „POLA“ geschrieben habe. Meine Prognose hat sich jetzt bewahrheitet….
  

Als Nachtrag zum Juli-Tagebuch zum Thema „LGB-Ersatzteile“ hatte ich es schon am 24. August gemeldet: Die Firma Christel Ritzer aus Bad Bodenteich ist diejenige, die…. (www.modell-land.de, Telefon-Nr. 05824/ 9656950). Ich will derzeit noch nicht weiter auf das Thema eingehen, - mal sehen, ob Frau Ritzer und ihre Mitarbeiter glücklich damit werden, und ob der Ersatzteil-Service funktioniert. Von Märklin kam dann übrigens im Rahmen eines Händler-Rundschreibens vom 27. August auch die „offizielle“ Bekanntgabe. 
    

Gleichzeitig erfährt der Händler, dass die „LGB-Depesche“, die gerade an Mitglieder des LGB-Club versand worden ist, jetzt auch frei verkäuflich wäre, also vom Handel bestellt werden könne. Wenn ja alles nicht so traurig wäre, könnte man nur lachen! Wissen die nicht, dass die Händler schon seit 40 Jahren die Depesche frei kaufen und verkaufen können? Aber das bestärkt wieder meine Meinung: Die Märklinleute haben keinerlei Ahnung von LGB! Vielleicht sollte ich ihnen ´mal anbieten, dass sämtliche Schriftstücke und Internettexte zuerst über meinen Schreibtisch gehen sollten, bevor sie in Umlauf gebracht werden. Bei der Gelegenheit könnte ich dann auch gleich die Rechtschreibfehler berichtigen….
   

Aber es geht noch weiter im Märklin Rundschreiben. Unter „Märklin-/LGB- Artikel“ schreibt man:
„Die nachstehenden Artikel aus dem Märklin-/LGB-Sortiment können nicht mehr gefertigt werden und werden in den nächsten Tagen aus Ihrem Rückstand storniert:
20690 Triebwagen VT 642 DB
21690 Triebwagen 5022 018-5 ÖBB
30740 Personenwagen HSB
33740 Museumswagen Pressnitztalbahn
35740 Personenwagen HSB“ 
   

Sie werden anhand des Neuheiten-Prospektes 2009 bzw. 2008 sehen, dass es sich bei den genannten Fahrzeugen allesamt um Formneuheiten handelt. Besonders schade natürlich hinsichtlich der langen und bis zu achtfenstrigen Personenwagen. Was heißt denn hier: „Können nicht mehr gefertigt werden“? Das hört sich so an, als wären sie bereits gefertigt worden, und jetzt ginge das – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr. Die korrekte Information wäre doch einfach die, dass der Insolvenzverwalter die Entwicklung, sprich, die Kosten des Formenbaus, nicht genehmigt hat. Also sind bestenfalls diese Projekte zurückgestellt, bis es mit neuem Eigentümer und mit hoffentlich neuem Schwung weitergeht. Nur von dem Projekt des „Fabrikzuges“ übrigens können wir uns wohl völlig verabschieden, nachdem das große Vorbild keine modellbahnmäßige Bedeutung mehr hat.
   

In den letzten Tagen wurde übrigens der neue dreiachsige Umbau-Personen- wagen von PIKO ausgeliefert. Egal, wie man zu Regelspurmodellen auf LGB-Schmalspurgleisen steht, - auffallend ist ein sehr gutes Preis-Leistungs- Verhältnis! Mit preiswerten Modellen verschafft PIKO den Großbahnfreunden ein ums andere Mal ein Erfolgserlebnis, - wie auch mit dem Schienenbus. „Man“ kann sich die Modelle leisten! Anders als bei LGB und übrigens auch bei POLA! Könnte die Firma PIKO eigentlich nicht POLA übernehmen?
  

In diesem Sinne und mit herzlichen Grüßen aus Much!

Ihr H.-Jürgen Neumann

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