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Aus der Redaktion
Gedanken im März (2018)

 

Na, gut! Dann schreibe ich doch noch etwas aus meinem „LGB- Gedankengut“, wenn denn doch zahlreiche Leser nachgefragt haben! Zumal ich den ersten „Schock“ im neuen Jahr, genannt „Neuheiten 2018“ aus dem LGB-Programm zwischenzeitlich überwunden habe, - wenigstens einigermaßen.
Und zumal ich ja eigentlich keinen Grund habe, mich aufregen zu müssen: Ich bin weder LGB-Händler (der jetzt noch weniger zu verkaufen hat) noch LGB-Hersteller, dem offensichtlich eine längerfristige Verkaufs-Strategie abhanden gekommen zu sein scheint! Ich bin vielmehr einfach nur LGB-Freund und möglicher Kunde, - und als solcher packt mich die große Langeweile, wenn ich mir den Jahrgang 2018 betrachte! Angefangen vom 50-Jahre-Logo, das aus einem Mix von Historie und einem schlichten „50 Jahre / Years“ entstanden ist. Also, ich bin kein Grafik-Designer, aber dass hier etwas nicht zusammen passt, das drängt sich mir einfach auf! Aber, - zu spät...

Bevor ich diese meine Gedanken aufgeschrieben habe, hatte ich mich bei verschiedenen Händlern umgehört und mir die Anzahl der einzelnen Bestellungen bei ihnen nennen lassen: Erschreckend!
 


 

Zum besonderen Jubiläum werden fünf Güterwagen angeboten, - die jeweils ein Jahrzehnt der Fahrzeug-Entwicklung zeigen sollen (LGB-Nr. 40501, 40502, 40503, 40504 und 40505). Dann gibt es noch eine goldfarbene Stainz, die in den Abbildungen als Zuglok fungiert. Die fünf Wagen kosten je rd. 130,00 Euro, also rd. 650,00 Euro zusammen. Dazu käme dann noch die Jubiläumslok (LGB-Nr. 20216) mit rd. 260,00 Euro, - macht zusammen 910,00 Euro, - zur Erinnerung: umgerechnet rd. 1.800,00 DM. Das ist doch eine Totgeburt! Farblich passen zudem die Lok und die Wagen in keiner Weise zusammen, und außerdem gibt es eine derartige, goldfarbene Lokomotive schon als Kleinserie vom LGB-Händler Ritzer.
 

Ich kann mich noch sehr gut an den schon legendären LGB-Jubiläumszug von 1981 erinnern (100 Jahre Ernst Paul Lehmann Patentwerk). Er kam in einer Sonderzugpackung mit Lokomotive und zwei Personenwagen, farblich fein aufeinander abgestimmt, mit Schienenkreis und Transformator (also, zum sofortigen Aufbau geeignet) und zu einem Preis von damals ca. 130,00 DM. Als Zeichen an die LGB-Gemeinde hätte ich versucht, in diesem Jahr daran anzuknüpfen: Sonderzugpackung mit Lokomotive und fünf Wagen, - dieses Mal ohne Schienen und Trafo, - zum Sonderpreis von 399,00 Euro! Und die Lok natürlich in gleicher Farbe wie die Wagen. Das wäre dann zwar immer noch nicht der große Renner geworden, aber die LGB-Freunde hätten die Geste verstanden, - und ich selbst hätte auch eine Packung gekauft! Und als Lokomotive hätte ich seitens Märklin eine Dampflok wie die LGB-Nr. 2015 genommen, - hinten offen, - wenn Sie wissen, was ich meine! Dazu passend hätte ich dann als Hersteller im nachfolgenden Jahr einen schönen Sound-Tender angeboten und darüber noch etwas Geld verdient! Und einen Gepäckwagen für den so entstandenen Sonderzug könnte man auch in 2019 noch ins Programm nehmen, - und ruhig im Neuheiten-Katalog 2018 schon einmal ankündigen und zeigen! Ja, - so macht man das, meine Herren.
 

Mit einer Sonderbedruckung wird es dann für rd. 1.000,00 Euro auch noch eine RhB-Lokomotive Ge 4/4 II (Nr. 28443) sowie eine US Mogul-Dampflok der Denver & Rio Grande Western (Nr. 20280) für rd. 1.200,00 Euro geben. Die RhB-Lok fährt immerhin im Original im Jubiläumsjahr und könnte daher (ich wiederhole: „könnte“) noch einen Anstoß zum Kauf geben. Aber ich persönlich würde mir diese Ausführung nie kaufen, zumal dann das Thema ab 2019 schon wieder „alter Kaffee“ ist! Und diese Mogul aus der LGB-“Steinzeit“ wollte ich nicht geschenkt haben....
 

Zum Auftakt des „Jubiläumsjahrs“ fand am 12.01.2018 in Landquart / Schweiz eine Enthüllung der Original RhB-Lok statt, vom 19. bis 22.04.2018 gibt es eine Festivität bei der Preßnitztalbahn in Jöhstadt, und das Werk Györ feiert vom 08. bis 09.06. 2018. Na klar, man kann dahin fahren, - aber dem „Otto-Normal-LGBler“ bringt das eigentlich nichts!
 

Als weitere Neuheit 2018 wird der „LGB Fabrikzug“ angeboten. Das Vorbild stand bis zur Insolvenz im Jahr 2006 auf dem Gelände des LGB-Werkes an der Saganer Straße von Nürnberg und wurde seinerzeit schon einmal als Modell-Neuheit angekündigt. Jetzt wird er also kommen, - nachdem die Neueinsteiger bei der LGB ihn sicher gar nicht mehr kennen, und die „alten Hasen“ (wie ich) jeglichen Bezug dazu verloren haben. Insgesamt kommt dieser Zug also Jahrzehnte zu spät!

„Zu spät“ ist immerhin ein dehnbarer Begriff! „Zu teuer“ ist dagegen eine allgemein verständliche Beschreibung! Zwischenzeitlich ist ja fast alles im LGB-Angebot „zu teuer“, - aber in diesem Jahr wird sogar dieser Begriff noch einmal getoppt: Die RhB-Dampfschneeschleuder Xrot (LGB-Nr. 26605) wurde für sage und schreibe 3.999,99 Euro ins Programm genommen. Man schreibt dazu „in der Tradition der früheren LGB Metallmodelle“. So, als wäre die Zeit stehen geblieben, und so, als ob in der heutigen Zeit noch solche Summen für ein Modell von LGB ausgegeben würden. Doch die Zeiten haben sich grundlegend geändert. Vor Jahren haben gut betuchte LGB-Sammler derartige Modelle vielleicht noch in der Hoffnung auf eine Wertsteigerung gekauft, und die dann kurzfristig sogar erzielen können. Aber heutzutage?

Natürlich wird es jetzt seitens Märklin wieder heißen, der Artikel wäre mit seiner Auflage von rd. 400 Exemplaren „ausverkauft“. Aber was heißt das schon? Es ist doch bekannt, dass große Märklin-Händler, die das volle H0-Programm führen, „gezwiebelt“ werden, auch solche Stücke aus dem LGB-Programm bestellen zu müssen, - um die dann so schnell wie möglich bei eBay zum Einkaufspreis anzubieten. Nein, - das ist ein falsches Signal zur falschen Zeit. Ein neuer Beweis für eine Orientierungslosigkeit in der LGB-Planung. Schade.
 

Ob die Entscheidung, bei BRAWA die alten Formen der RhB-Dampflok G 4/5 (LGB-Nr. 23530) und deren Personenzug aufzukaufen und wieder produzieren zu wollen, die richtige war, kann auch bezweifelt werden! Unter BRAWA- Regie hat die sich nämlich sehr schlecht verkauft, weil sie - vereinfacht gesagt - zu filigran und damit zu empfindlich war. Für den Betrieb, versteht sich, - vielleicht nicht für die Vitrine. Aber wer LGB kauft, der will die auch schnurren lassen, - sogar vielleicht im Freigelände! Auch hier gibt es wieder mit rd. 1.900,00 Euro eine Preisvorstellung, bei der die meisten LGBler passen müssen.
 

So, jetzt verrate ich Ihnen einmal, was ich selbst aus dem Neuheiten- Programm 2018 bei meinem Händler bestellt habe: den Postwagen zur Richter-Stainz (Nr. 32191) – um den Zug dann komplett zu haben:
 


 

den Sächsischen Güterwagen 4333K (Nr. 40271) – wiederum zur Zugergänzung, und den MGB Barwagen (Nr. 33661) – weil er so schön bunt ist. Das war´s! Mein armer Händler.... (Sorry!)
 

Immerhin muss ich mich in diesem Jahr nicht darüber aufregen, dass eine - ohnehin teure Lokomotive - auch noch in einer Holzkiste verpackt wurde und damit noch teurer wurde! Eventuell hätte man mich mit einer gealterten Dampflok (ruhig einer „Stainz“) noch zum Kauf verführen können, - passend zur Reihe derjenigen, die schon in meiner Vitrine stehen!
 

Zum Schluss noch ein Hinweis auf den „Museumswagen 2018“ (LGB-Nr. 40018): Ein einfacher, gedeckter Güterwagen mit der Beschriftung „Ernst P. Lehmann Patentwerk“ und auf der Rückseite "LGB-Lehmann Großbahn"! Wie aufregend!
  


 


In diesem Sinne und mit herzlichen Grüßen aus Much!

Ihr H.-Jürgen Neumann
 

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